Eine von uns – brutale Abschiebung unserer Freundin und Nachbarin Khanum

Am 18. März 2026 war Khanum mit ihrer Anwältin bei einem Anhörungstermin des Asylfolgeverfahrens in Friedland. Beide wurden sofort in einen Raum im Keller gebracht. Nachdem Khanum ihr Handy weggenommen wurde, wurde die schwerkranke 55-jährige Frau brutal an Händen und Füßen gefesselt. Über Frankfurt wurde Khanum nach Yerivan (Armenien) abgeschoben und dort ohne Brille, ohne Geld und ohne Papiere abgesetzt. In Armenien wird Khanum von ihrem gewalttätigen Ehemann mit dem Tode bedroht.

Redebeitrag des Forum Waageplatz-Viertel zur Demonstration am 26.03.2026.

Wir sind heute hier, weil wir traurig sind, denn unsere Freundin und Nachbarin Khanum fehlt uns. Wir sind heute hier, weil wir wütend sind, denn deutsche Behörden haben unsere Freundin und Nachbarin Khanum gewaltvoll und schikanierend nach Armenien abgeschoben. Wir sind heute hier, weil wir um unsere Freundin und Nachbarin fürchten, denn ihr Leben ist jetzt bedroht

Wir sind das Forum Waageplatz-Viertel. Wir organisieren uns als Nachbar:innen rund um den Waageplatz. Nachbar:in ist für uns nicht nur, wer im Viertel lebt, sondern auch, wer sich viel im Viertel aufhält. So steht es in unserem Selbstverständnis. Khanum ist unsere Freundin und Nachbarin, denn wir haben zusammen gekocht, gelacht, demonstriert, gebacken, Gemeinschaft gelebt. Eine von uns ist jetzt nicht mehr hier. Khanum wurde aus ihrem Leben gerissen, sie ist jetzt nicht mehr in Sicherheit. Wir fragen die, die sie gefesselt und gewaltsam abgeschoben haben: Wie würdet ihr es finden, wenn ihr selbst, eure Freundinnen, Schwestern, Mütter, Töchter, Nachbarinnen verschleppt, gefesselt, gedemütigt und in Gefahr gebracht werden? Khanum ist Teil unserer Gemeinschaft, und sie wurde uns von den Behörden und den Menschen, die dort arbeiten, entrissen. Khanum, du fehlst uns!

Als Nachbar:innen stehen wir füreinander ein und organisieren uns für eine vielfältige Gesellschaft, in der Menschen ohne Angst und Einsamkeit leben können. Das bedeutet, dass wir uns gegen strukturelle Diskriminierung wehren: Khanum wurde abgeschoben, weil Behörden entscheiden wollen, wer hier hingehört und wer nicht. Sie wurde abgeschoben, weil die rechten Forderungen nach mehr Abschiebungen Gehör finden, und weil Behörden an bedrohten Menschen wie unserer Freundin ein Exempel statuieren wollen. Sie wollen zeigen, dass sie die Schwächsten gegeneinander ausspielen. Dazu sagen wir: Das ist rassistische Politik! Das ist falsch! Denn wir wissen: Frieden und Sicherheit entstehen nicht durch Abschiebung, sondern dadurch, dass wir füreinander sorgen. Khanum ist eine von uns!

Wir vermissen Khanum und wir machen uns Sorgen, denn ihre Abschiebung bedeutet, dass sie in großer Gefahr ist. Sie wird von ihrem Ehemann in Armenien bedroht und ist chronisch krank. Abschieben ist unmenschlich! Wir müssen um Khanums Leben fürchten, weil sie eine Frau ist, und weil sie chronisch krank ist. Der Bericht von Human Rights Watch zeigt, dass diese Sorgen sehr begründet sind: die allermeisten Fälle von Gewalt gegen Frauen gelangen in Armenien nicht einmal vor Gericht, die Versorgung für chronisch Kranke ist unzureichend.
Wir organisieren uns für eine Welt, in der das nicht mehr passiert, in der nicht Frauen bedroht werden, weil sie Frauen sind, in der nicht Jesid:innen verfolgt werden, weil sie Jesid:innen sind, und in der wir füreinander sorgen, wenn Menschen krank sind. Wir organisieren uns für eine Welt, in der jeder Mensch in Sicherheit und Würde leben kann. Dafür brauchen wir solidarische Gemeinschaften. Und darüber kann keine Behörde entscheiden.

Wir fordern: Stoppt die rassistischen Abschiebungen! Holt Khanum zurück! Holt Yacinta zurück!

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Auf zum Nachbarschaftsblock am 8. März

Gemeinsam mit Nachbar*innen aus den Stadtteilinitiativen Gemeinsam in Grone und Nachbarschaftsinitiative Nordstadt/Weende gehen wir vom Nachbarschaftstreff zur Demo am Albaniplatz.
Bei der Demo wollen wir zum ersten Mal in einem Nachbarschaftsblock präsent sein.

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Pflege- und Sorgearbeit im Masch-Viertel

Einladung zum historischen Rundgang mit der AG Geschichte
Sonntag, 1. März, 15 Uhr, Start am Nachbarschaftstreff

In fünf Stationen rund um die Untere- und Obere-Masch-Straße werden uns Traudel Weber-Reich und Thomas Küntzel einen Einblick in die Geschichte der Pflege- und Sorgearbeit im Viertel geben. Darin werden wir uns u. a. mit den Fragen beschäftigen: Wer war die freie Hebamme Louise Sebode in der Unteren-Masch-Straße? Und was berichtete die Krankenpflegerin Agnes Karll über die Anfänge der beruflichen Pflege im Ernst-August-Hospital?

Anlässlich des Internationalen Frauentages wollen wir auf die kaum beachtete Geschichte und Abwertung der Pflege- und Sorgearbeit aufmerksam machen. Und auf die zentrale Bedeutung der Fürsorge, ohne die eine Gesellschaft nicht funktionieren würde. Auch werden wir einen Einblick in die Arbeit von Kore e.V. bekommen.

Der Rundgang wird ca. 90 Min. dauern. Für alle, die nicht gut zu Fuß unterwegs sind, werden wir Sitzmöglichkeiten mitnehmen. Bei Fragen meldet euch gerne unter geschichte@waageplatz-viertel.org Wir freuen uns auf euer Kommen!

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Deine Unterstützung, Dein Direktkredit für das erste Nachbarschaftshaus in unserem Viertel

Als Nachbarschaft im Waageplatz-Viertel wollen wir gemeinsam mit den Bewohner:innen der Mühlenstraße 2 das Haus kaufen, in dem sie leben. Denn ihr Zuhause – das grüne Haus mit Türmchen am Leinekanal – soll verkauft werden.

Das für den Bankkredit benötigte Eigenkapital bauen wir über Direktkredite auf. Unser Finanzplan zeigt: Kredite und Zinsen werden nach dem Kauf aus den Mieteinnahmen getilgt. Und wem gehört das Haus dann? Der Nachbarschaft!

Wir suchen Menschen, die uns bei der Stärkung von sozialem Wohnen und solidarischer Nachbarschaft mit einem Direktkredit unterstützen.

Wie vielerorts fallen auch im Waageplatz-Viertel immer mehr Immobilien in die Hände von Investoren, die Häuser als reine Profitquelle sehen. In der Folge werden Nachbar:innen verdrängt, die hier verwurzelt sind und gerne in nachbarschaftlicher Gemeinschaft zusammenleben wollen.

Mit unserem Verein Unser Viertel e.V. und unserer zukünftigen Unser Haus im Viertel GmbH wollen wir Häuser für die Nachbarschaft kaufen. Nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats werden die Häuser dadurch unverkäuflich, sie können nicht mehr privatisiert werden, niemand kann sich bereichern. Gleichzeitig werden die Häuser von den Menschen selbst verwaltet, die darin wohnen.

Alle Infos zu unserem Vorhaben und wie wir das mit den Direktkrediten machen, findet ihr hier: emzwo.unser-viertel.de.

Gemeinsames Singen für Frauen, Trans- und nicht-binäre Personen – So 25.01. 17 Uhr

Liebe Nachbar*innen und Freund*innen,

wir laden alle Frauen, Trans*- & nicht-binären Personen ganz herzlich zum Nachbarschaftssingen ein.

Gemeinsam möchten wir unter Anleitung bekannte Lieder anstimmen und neue entdecken, von Popsongs bis zu Volksliedern. Es geht dabei um die Freude am gemeinsamen Singen und Zusammenkommen. Niemand braucht also Vorwissen oder Erfahrung im Singen mitzubringen.

Wenn ihr Interesse habt, meldet euch gerne an unter: waageplatzviertel_singt@posteo.de
Wir freuen uns auf euch!

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Festliche Eröffnung: neuer Nachbarschaftstreff im Viertel

Am 30. November 2025 haben wir mit vielen Gästen festlich unseren neuen Nachbarschaftstreff in der Untere-Masch-Straße 21 eröffnet. Damit haben wir nun einen ersten eigenen Raum von und für die Nachbarschaft im Waageplatz-Viertel.

Bis zur Eröffnung war schon einiges geschehen: entrümpeln von den Bleibseln der Vormieter, weitergeben und entsorgen was wir nicht verwenden können, streichen, reinigen des Teppichs, anbringen neuer Deckenleuchten, putzen… Und einiges liegt noch vor uns: weiter einrichten mit Sitzgelegenheiten, Spielen, Stauraum, Arbeitsplatz, gemütliches Licht, Beschilderung, Fahne…

Doch dazwischen haben wir gefeiert!

Es war ein schöner, herzlicher, kraftvoller Nachmittag und Abend. Das Wetter leistete seinen Beitrag, so dass wir uns auch gut vor dem Treff aufhalten konnten. Nach unserer Eröffnungsrede gab es Grußworte u.a. von Gemeinsam für Witzenhausen und der Nachbarschaftsinitiative Nordstadt/Weende.

Wir haben heiße Crêpes gegessen und (Logo-)Kekse, die tags zuvor nachbarschaftlich gebacken wurden, haben auf der Straße getanzt und gemeinsam unser neues Lied „Nachbarschaft“ gesungen, es erklang Geigen- und Flötenspiel, Jazz-Musik und zum krönenden Abschluss gab es eine artistische Feuer- und Lichtshow von Bernd van Verven. Die AGs des Forum Waageplatz-Viertel waren ansprechbar und wieder gab es viel zu erzählen und voneinander zu hören, sich kennenlernen, Verabredungen treffen, spielen u.v.m.

Nachbar:innen finanzieren die Miete für unseren selbstorganisierten Nachbarschaftstreff über Raumpatenschaften. Sei dabei und richte einen kleinen Dauerauftrag auf das Konto des gemeinnützigen Vereins ein:
Forum Waageplatz e.V. | IBAN DE25 4306 0967 1330 9234 00

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Nachbarschaftstreff in der Untere-Masch-Str. 21

Am 30. November 2025 um 15 Uhr wird die Eröffnung unseres neuen Nachbarschaftstreff sein. Bis dahin laden wir ein zum gemeinsamen Renovieren, Vorbereiten der Feierlichkeit und Mietspenden sammeln.

Ihr habt Fragen, Ideen oder überlegt wie ihr euch einbringen könnt? E-Mail

Du kannst jeden Monat einen kleinen Beitrag dazugeben, um die Miete für den Nachbarschaftstreff abzusichern? Richte noch heute einen Dauerauftrag ein, jeder Euro zählt:

Forum Waageplatz e.V.
(gemeinnützig)
IBAN:
DE25 4306 0967 1330 9234 00

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Viertelrundgang zum 10. OM10-Geburtstag

Am 05.11.25 hat das Projekthaus OM10 (Obere-Masch-Straße 10) ihren 10. Geburtstag gefeiert. Im Rahmen der Feierlichkeiten hat die AG Geschichte des Forum Waageplatz-Viertel gemeinsam mit dem Gesundheitskollektiv Göttingen am 06.11.25 einen Rundgang durchs Maschviertel gemacht unter dem Thema „OM10 – bewegtes Haus in bewegtem Viertel“. In dem für diesen Anlass erstellten Handout sind die verschiedenen Stationen kurz beschrieben – schön zum Nachlesen für alle, die nicht dabei sein konnten. Rund 30 Nachbar:innen und Freund:innen der OM10 sind der Einladung gefolgt.

Los ging es im Erdgeschoss der OM10 mit einer kurzen Einleitung zur Geschichte des Projekts von der Besetzung des leerstehenden DGB-Hauses an, dann erzählte Thomas Küntzel über den Vorgänger des Gewerkschaftshauses, das Volksheim im Maschmühlenweg, und das Grundstück der OM10, auf dem die Göttinger Synagoge stand. Der Rundgang ging dann durch die Untere-Masch, Neustadt, Goethealle, Obere-Masch, Waageplatz und endete vor der ehem. JVA, in der ab 1933 u.a. Kommunisten und Gewerkschafter eingesperrt waren. Traudel Weber-Reich berichtete u.a. über zwei Krankenschwestern, die Ende des 19. Jahrhunders in der der Untere-Masch-Straße erfolgreich eine Privatklinik betrieben, über die freie Hebamme Louise Sebode die Diakonisse Minna Siebrecht, die einem von den Nazis Inhaftierten auf seiner Flucht half. Nach dem Rundgang sind noch viele der Einladung zu heißem Tee und weiterem Austausch in die OM10 gefolgt.

Die OM10 hatte den Rundgang angekündigt mit „Seit der Besetzung der OM10 vor 10 Jahren lernen wir das Viertel, in dem wir leben, aufbauen und politisch aktiv sind, immer besser kennen. Unser heutiger Viertelrundgang soll Einblicke in eine bewegte Verfolgungs-, Widerstands- und Gesundheitsgeschichte bieten. Aus diesem historischen Geschehen heraus schöpfen wir die Kraft für unser aktuelles Tun.“

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Das ist unser Viertel – Vielfalt & Solidarität statt rechte Hetze

Am 12.10.25 fand das nachbarschaftliche Mobile Café am Frauenmural in der Obere-Masch-Str. statt. Nur wenige Tage zuvor hatte sich genau hier am 4.10. eine größere Gruppe aus dem faschistischen AfD-Spektrum aufgestellt, um an der OM10 zu provozieren. Gezielt wollten sie ihre rechte Ideologie in unser Viertel tragen an einen der Orte, der durch Solidarität mit Geflüchteten und unser wöchentlich internationales Nachbarschaftskochen für Vielfalt steht. In unserem Selbstverständnis erklären wir, dass wir uns verteidigen, wenn Nachbar:innen, Strukturen oder Lebensgrundlagen angegriffen werden. Auftritte von organisierten Faschisten im Viertel sind solche Angriffe – sie werden nicht geduldet

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