{"id":900,"date":"2024-01-02T21:14:28","date_gmt":"2024-01-02T20:14:28","guid":{"rendered":"http:\/\/waageplatz-viertel.org\/?p=900"},"modified":"2024-01-02T21:27:56","modified_gmt":"2024-01-02T20:27:56","slug":"die-cola-fabrik-im-stadtgraben-zur-vorgeschichte-des-grotefend-areals","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/index.php\/2024\/01\/02\/die-cola-fabrik-im-stadtgraben-zur-vorgeschichte-des-grotefend-areals\/","title":{"rendered":"Die Cola-Fabrik im Stadtgraben: Zur \u201eVorgeschichte\u201c des Grotefend-Areals"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_902\" style=\"width: 1145px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-902\" class=\"size-full wp-image-902\" src=\"http:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Goettingen_DGK_Festung_Grotefend-Areals.jpg\" alt=\"\" width=\"1135\" height=\"761\" srcset=\"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Goettingen_DGK_Festung_Grotefend-Areals.jpg 1135w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Goettingen_DGK_Festung_Grotefend-Areals-300x201.jpg 300w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Goettingen_DGK_Festung_Grotefend-Areals-768x515.jpg 768w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Goettingen_DGK_Festung_Grotefend-Areals-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Goettingen_DGK_Festung_Grotefend-Areals-624x418.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1135px) 100vw, 1135px\" \/><p id=\"caption-attachment-902\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcberlagerung eines modernen Stadtplans (Deutsche Grundkarte um 1990, auf: Geobasis.niedersachsen.de) mit einem Plan der Stadt G\u00f6ttingen um 1750 von Matth\u00e4us Seutter (Nieders\u00e4chsisches Landesarchiv Hannover, Kartensammlung, 22 d G\u00f6ttingen 8 pm). Gestrichelt: Grotefend-Areal.<\/p><\/div>\n<p lang=\"en-GB\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: PT Serif, serif\"><span style=\"font-size: small\">Das ehemalige Grotefend-Areal, auf dem fr\u00fcher Cola und andere Limonaden abgef\u00fcllt wurden, befindet sich genau im Bereich des alten Stadtgrabens, der weiter \u00f6stlich, hinter dem Auditorium, noch gut erhalten geblieben ist. Auf alten Pl\u00e4nen der Stadt sind die Festungswerke aus dem 17.\/18. Jahrhundert genau eingezeichnet, so dass man sie in eine moderne Karte \u00fcbertragen kann. Westlich des Weender Tores ist z.T. ein Vorwall zu erkennen, eine sogenannte \u201cFausse-Braie\u201d, wie sie in der franz\u00f6sischen Fachsprache bezeichnet wird. Wesentliche Anregungen zum Festungsbau kamen im 17. Jahrhundert aus Frankreich, vor allem von dem Baumeister Vauban. Die Fausse-Braie ist allerdings typisch f\u00fcr die \u201cniederl\u00e4ndische Manier\u201d. Danach verlief vor dem Hauptwall ein niedriger Vorwall, von dem aus die \u00e4u\u00dfere Grabenflanke unter Beschuss genommen werden konnte. Dort verlief ebenfalls ein Weg, der die Bastionen im Vorfeld des Stadtgrabens miteinander verband. Diese spitzwinkligen Schanzanlagen sch\u00fctzten die Tore und den ein- und den Ausfluss des Leinekanals. Zum Hainberg, von dem aus der Stadt am meisten Gefahr drohte, hatte man drei zus\u00e4tzliche Bastionen angelegt: eine an der Ecke des Stadtwalles zum Nikolausberger Weg (hier befindet sich jetzt ein Teil des Botanischen Gartens mit verschiedener Gebirgsflora), eine weitere im Bereich des St\u00e4dtischen Theaters und schlie\u00dflich ein Ravelin beim Schw\u00e4nchenteich. Der Umriss dieser Bastion ist durch den Albanifriedhof heute noch zu erahnen. Etliche kleinere Bastionen lagen zwischen den gro\u00dfen Ravelins. Die gro\u00dfen Ravelins zeichneten sich durch einen zus\u00e4tzlichen, spitzwinkligen Graben aus. Der Abschnitt zwischen dem Weender Tor und dem Ausfluss des Leinekanals scheint jedoch die einzige Stelle gewesen zu sein, an der es eine Fausse-Braie gab. Sie verf\u00fcgte sogar \u00fcber eine kleine Bastion vor dem Turm in der N\u00e4he des Leinekanals. Der Stadtgraben war hier also deutlich enger als in den anderen Abschnitten.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_906\" style=\"width: 1258px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-906\" class=\"size-full wp-image-906\" src=\"http:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Festungsaufbau-Kopie.png\" alt=\"\" width=\"1248\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Festungsaufbau-Kopie.png 1248w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Festungsaufbau-Kopie-300x70.png 300w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Festungsaufbau-Kopie-768x180.png 768w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Festungsaufbau-Kopie-1024x240.png 1024w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Festungsaufbau-Kopie-624x146.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1248px) 100vw, 1248px\" \/><p id=\"caption-attachment-906\" class=\"wp-caption-text\">Querschnitt durch eine Festung. A: Hauptwall, B: Fausse Braye, C: Graben, D: gedeckter Weg, E: Glacis. Pfeil: Schussbahn der Kanonen auf dem Hauptwall.<\/p><\/div>\n<p lang=\"en-GB\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: PT Serif, serif\"><span style=\"font-size: small\">Im 17. Jahrhundert hatten die Kanonen eine betr\u00e4chtliche Schusskraft erlangt, der die mittelalterlichen Mauern nicht standhalten konnten. Man sch\u00fcttete deshalb Erdw\u00e4lle auf, die die Gesch\u00fctzkugeln \u201cschluckten\u201d. Bei der Erneuerung der altmodischen Befestigungstechniken musste man zudem die weitr\u00e4umigen Schussfelder und -Bahnen der Gesch\u00fctze ber\u00fccksichtigten. Die spitzwinkligen Bastionen sollten \u201ctote Winkel\u201d abdecken, in denen sich der Feind mit Sch\u00fctzengr\u00e4ben an die Stadt heranarbeiten konnte. Zuletzt wurde im Siebenj\u00e4hrigen Krieg an den Festungswerken gearbeitet, wie Eintr\u00e4ge in einem Tagebuch belegen, das der Orientalist Andreas Georg W\u00e4hner verfasste. Im November 1761 erw\u00e4hnt er, dass die Franzosen eine L\u00fcnette \u201cin des H(err)n D(octor) Jaeps Garten\u201d vor dem Weender Tor aufwarfen (W\u00e4hner, bearb. Dahmen, S. 201). L\u00fcnetten waren kleine, selbst\u00e4ndige Festungswerke, die vor dem Graben lagen und oft nach hinten offen waren. Die kurze Angabe ist auch deshalb von Bedeutung, weil sich zum Ausbau der Festungsanlagen im 17.\/18. Jahrhundert ansonsten nur wenig Quellen erhalten haben. Nach dem Ende des Siebenj\u00e4hrigen Krieges wurden die Festungswerke ab 1762 abgetragen und ein Flanierweg auf dem Wall angelegt. Der Graben erhielt sich stellenweise bis in das 20. Jahrhundert hinein (etwa im Bereich der Berliner Stra\u00dfe), aber heute ist er bis auf den Botanischen Garten und den Schw\u00e4nchenteich zugef\u00fcllt worden.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-GB\" align=\"LEFT\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: PT Serif, serif\"><span style=\"font-size: small\"><i>Andreas Georg W\u00e4hner, Tagebuch aus dem Siebenj\u00e4hrigen Krieg, bearb. Von Sigrid Dahmen. Quellen zur Geschichte der Stadt G\u00f6ttingen 2 (G\u00f6ttingen 2012).<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ehemalige Grotefend-Areal, auf dem fr\u00fcher Cola und andere Limonaden abgef\u00fcllt wurden, befindet sich genau im Bereich des alten Stadtgrabens, der weiter \u00f6stlich, hinter dem Auditorium, noch gut erhalten geblieben ist. Auf alten Pl\u00e4nen der Stadt sind die Festungswerke aus dem 17.\/18. Jahrhundert genau eingezeichnet, so dass man sie in eine moderne Karte \u00fcbertragen kann. 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