{"id":1540,"date":"2026-09-24T16:22:02","date_gmt":"2026-09-24T14:22:02","guid":{"rendered":"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/?p=1540"},"modified":"2026-09-24T22:45:37","modified_gmt":"2026-09-24T20:45:37","slug":"baeckerei-lutze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/index.php\/2026\/09\/24\/baeckerei-lutze\/","title":{"rendered":"B\u00e4ckerei Lutze"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein k\u00fchler Donnerstagvormittag im August. Die Sonne scheint auf den Gehsteig vor der B\u00e4ckerei Lutze in der Weender Stra\u00dfe und drau\u00dfen ist viel Betrieb. In der B\u00e4ckerei von Annette Lutze ist es warm und der Tresen ist gef\u00fcllt mit Torten, Zwetschgenkuchen und Croissants. Seit drei Jahren verschenkt sie jeden Mittwochabend vor Ladenschluss Br\u00f6tchen und Brot an die Nachbarschaftsk\u00fcche, denn \u201ees soll nichts weggeschmissen werden\u201c sagt sie. Die B\u00e4ckerei Lutze ist so seit Jahren wichtigen Bestandteil vom internationalen Mittwochskochen im Forum Waageplatz-Viertel. Nachdem wir bei einem Treffen der AG Geschichte auf ein Foto der Weender Stra\u00dfe aus den 70er Jahren gesto\u00dfen waren, auf welchem auch die B\u00e4ckerei Lutze zu sehen war, wurden wir neugierig, auf die Geschichte des Familienbetriebs. Seit 46 Jahren arbeitet Frau Lutze in der B\u00e4ckerei, erz\u00e4hlt sie. Jeden Morgen um 4:00 Uhr oder um 4:30 Uhr wird der Laden best\u00fcckt und um 6:30 Uhr ge\u00f6ffnet. Bis Abends steht sie dann hinter dem Tresen. Sie erz\u00e4hlt, dass die B\u00e4ckerei im April 1963 in der Weender Stra\u00dfe 88 er\u00f6ffnet wurde. Hier war auch vorher schon eine andere B\u00e4ckerei drin. Die Aus\u00fcbung des B\u00e4ckereihandwerks liegt in der Familie, schon ihr Gro\u00dfvater hatte in Grone eine B\u00e4ckerei gef\u00fchrt. Ihr Vater hatte dann in Hann. M\u00fcnden eine Ausbildung als B\u00e4cker- und Konditormeister gemacht. Es zog ihn aber zur\u00fcck in die gr\u00f6\u00dfere Stadt und er er\u00f6ffnete den Familienbetrieb in der Weender Stra\u00dfe. Lange wurde dieser vom Gro\u00dfvater und Vater in der B\u00e4ckerstube und der Mutter im Verkauf geleitet. 1980 entschied sich Annette Lutze eine Ausbildung im elterlichen Betrieb zu machen. Auch f\u00fcr die Botanik hatte sie sich interessiert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"731\" src=\"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited-1024x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1546\" style=\"aspect-ratio:1.400817086300949;width:674px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited-1024x731.jpg 1024w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited-300x214.jpg 300w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited-768x548.jpg 768w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited-1536x1097.jpg 1536w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited-624x446.jpg 624w, https:\/\/waageplatz-viertel.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/signal-2026-09-24-16-03-47-568_005-1-edited.jpg 1833w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">B\u00e4ckerei Lutze in der Weender Stra\u00dfe 1975<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laden gibt es eine gro\u00dfe Auswahl an Geb\u00e4ck. Die Backwaren werden von ihrem Bruder, der B\u00e4ckermeister ist und einem Konditor, mit welchem sie schon lange zusammenarbeiten gebacken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Rumkugeln, Heidesand, Croissants, Apfelballen und Zimtwecken, Schweineohren, Zuckerkuchen und Johannisbeerkuchen. Dainter an der Wand liegen Roggen- und K\u00f6rnerbrote und Br\u00f6tchen. Die verschiedenen K\u00f6rnerbrote kamen erst in den 80er Jahren auf, davor gab es vor allem Roggen und Weizenbrot aber auch die Rosinenstuten und Sesam- und Mohnbr\u00f6tchen. Die kleinen dreieckigen Roggenbr\u00f6tchen taufte ihre Mutter Pflastersteine, aber nur wegen der Form, versichert sie l\u00e4chelnd, sie sind ganz weich. Dies war in den 80er Jahren als es in G\u00f6ttingen eine starke linksautonome Protestbewegung gegen Aufr\u00fcstung und Rechtsextremismus und eine starke Hausbesetzer*innenszene gab. Ihre Mutter hat immer viel gearbeitet und sich gleichzeitig um die 4 Kinder gek\u00fcmmert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die Frage hin, was sie am meisten sch\u00e4tzt an ihrem Beruf, antwortet sie lachend, den Kontakt mit den Kunden. Die Arbeit, die \u201emuss man mit Herz machen\u201c sagt sie, denn es ist immer sehr viel zu tun, freie Tage hat sie kaum. Manchmal kommen noch Kund*innen vorbei. die sie seit den Anfangsjahren kennt. Einige haben nun schon Kinder und Enkelkinder. Von vielen die regelm\u00e4\u00dfig bei ihr einkaufen, kennt sie die Namen, aber nicht alle k\u00f6nne sie sich merken, erz\u00e4hlt sie lachend. Die Stimmung ist herzlich im Laden. In der Zeit, in welcher wir das Gespr\u00e4ch f\u00fchren, kommen viele unterschiedliche Menschen herein. Die meisten kennt sie. Es wird gelacht und kurz geschnackt, \u00fcber die vielen Wespen und das saftige Brot und Gr\u00fc\u00dfe an Bekannte ausgerichtet. Aber \u201ees k\u00f6nnte aber auch noch mehr Betrieb sein\u201c sagt sie. Eine gute Nachbarschaft ist zentral f\u00fcr sie und lebt mit der B\u00e4ckerei einen Nachbarschaftlichen und herzlichen Umgang. \u201eIn der Nachbarschaft hilft man sich\u201c, antwortet sie auf die Frage hin, was eine gute Nachbarschaft f\u00fcr sie ausmacht, und es ist wichtig sich kennenzulernen. So werden auch an ihre Nachbarl\u00e4den Werkzeug und Leitern verliehen und auch mal ihr Schaufenster geputzt. Als einer der wenigen konstanten Gesch\u00e4fte in der Weender Stra\u00dfe hat die B\u00e4ckerei das Viertel seit \u00fcber 60 Jahre gepr\u00e4gt. Bald wird die B\u00e4ckerei Lutze schlie\u00dfen, doch die Herzlichkeit und Verbindungen welche im Gesch\u00e4ft entstanden, werden das Viertel noch lange pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Mo Ario<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bildquelle: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ario, Mo. Aus: Meinhardt, G\u00fcnther und H\u00f6ltken, J\u00fcrgen. G\u00f6ttingen im 19. und 20. Jahrhundert. St\u00e4dtische Sparkasse G\u00f6ttingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein k\u00fchler Donnerstagvormittag im August. Die Sonne scheint auf den Gehsteig vor der B\u00e4ckerei Lutze in der Weender Stra\u00dfe und drau\u00dfen ist viel Betrieb. In der B\u00e4ckerei von Annette Lutze ist es warm und der Tresen ist gef\u00fcllt mit Torten, Zwetschgenkuchen und Croissants. 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